Vorbereitung auf die Therapie

Bei der Therapie von Lymphomen und Leukämien gibt es häufig nicht nur eine Möglichkeit der Behandlung. Daher ist es wichtig, jeden Einzelfall gesondert zu betrachten.

 

Oft arbeitet der behandelnde Onkologe/Hämatologe mit einem interdisziplinären Ärzte-Team oder speziellen Zentren zusammen, um die bestmöglichen Optionen für den einzelnen Patienten zu finden.

 

Aber auch für den Patienten kann es sinnvoll sein, sich umfassend zu informieren – nicht nur zu den möglichen Therapieoptionen selbst, sondern auch darüber, was bei der Therapie zu beachten ist. Häufig kann diese z.B. mit längeren Krankenhausaufenthalten verbunden sein oder es kann wichtig sein, auf bestimmte Nebenwirkungen zu achten.

Was ist bei der Therapie von Leukämien und Lymphomen zu beachten?

Die folgenden Fragen können helfen, sich auf die Therapie vorzubereiten. Sie beinhalten Tipps zu den Vorbesprechungen mit dem Arzt, der Therapie selbst und der Nachsorge.

Der erste Ansprechpartner, wenn es um Informationen zu Therapiemöglichkeiten geht, ist in der Regel der behandelnde Arzt. Grundsätzlich kann es daher immer helfen, diesen zu den möglichen Therapieoptionen zu befragen und sich im Gespräch alles erklären zu lassen.

 

Oft kann der Arzt oder das Praxisteam außerdem Informationsbroschüren zur Verfügung stellen oder Webseiten empfehlen. Zusätzlich gibt es natürlich auch die Möglichkeit, sich selbst im Internet zu den einzelnen Therapiemöglichkeiten zu informieren und Informationsmaterialien herunterzuladen.

 

Verschiedene Therapien sind auch hier auf dieser Website erklärt, z.B. die Immunchemotherapie, CAR-T-Zelltherapie, Stammzelltransplantation, Strahlentherapie und zielgerichtete Therapien.

Illustriertes ärztliches Gespräch zwischen einem Patienten (auf der linken Seite) und einer Ärztin (auf der rechten Seite). Beide sitzen am Tisch, auf dem die Ärztin ihre Unterlagen abgelegt hat.

Es wird empfohlen, sich vorher die Fragen aufzuschreiben, die man dem Arzt stellen möchte, damit man sie nicht vergisst.

 

 

Illustration eines Patienten mit zwei Kreisen neben seinem Kopf, darin eine Ärztin und ein Arzt

Manchmal kann es helfen, sich eine Zweitmeinung einzuholen, um sich umfassend zu informieren, welche Behandlungsmöglichkeiten es gibt.

 

Auch wenn die zweite Arztmeinung mit der ersten übereinstimmt, kann es dabei helfen, die Therapien besser zu verstehen. Je nachdem, ob der Arzt im niedergelassenen Bereich oder z.B. in einem größeren Krebsbehandlungszentrum arbeitet, kann er evtl. aufgrund seiner Spezialisierung bestimmte Therapien vielleicht noch verständlicher und umfassender erklären.

Bei Krebstherapien wird häufig von sogenannten Therapielinien gesprochen. Die erste medikamentöse Behandlung ist in der Regel die erste Therapielinie. Diese endet entweder, wenn sie abgeschlossen ist, das Medikament nicht mehr vertragen wird oder nicht mehr wirkt oder wenn die Erkrankung fortschreitet bzw. wieder zurückkommt. Man spricht dann auch von einem Rezidiv. Diesem schließen sich weitere Behandlungen und damit weitere Therapielinien an (dabei bezieht sich der Begriff in der Regel auf die medikamentöse Krebstherapie und nicht auf sogenannte Supporttherapien (Begleittherapien), die beispielsweise Nebenwirkungen behandeln). Die Therapien können je nach Therapieform in mehreren Therapiezyklen verabreicht werden (z.B. Chemotherapie) oder durch eine einmalige Gabe (z.B. Stammzelltransplantation  oder CAR-T-Zelltherapie) oder durchgängig als Tablette eingenommen werden (z.B. einige zielgerichtete Therapien).

 

Generell wird bei der Therapie unterschieden, ob diese als Ziel kurative Absichten hat (also die Aussicht auf Heilung) oder – in fortgeschritteneren Stadien – hauptsächlich die Ausbreitung der Erkrankung eingrenzen soll (auch palliative Therapie genannt). Dabei hängt das nicht zwingend mit der Therapielinie zusammen, denn auch nach der ersten Therapielinie kann die Aussicht auf Heilung bestehen.

Wenn eine Therapie ambulant verabreicht werden kann, ist es hilfreich zu erfragen, wie oft man ambulant erscheinen muss, welche Zeit die Infusion in etwa in Anspruch nimmt und ob danach ggf. noch eine Beobachtung nötig ist. So lässt sich besser einschätzen, ob es sinnvoll ist, sich Dinge zum Zeitvertreib (wie Buch, Tablet, Kopfhörer, Musik, Strickzeug o. Ä.) mitzunehmen. Außerdem kann es hilfreich sein, sich zur Therapie bringen und abholen zu lassen.

Illustration eines Krankenhaus

Zunächst ist es wichtig, sich darüber zu informieren, wie lange der Krankenhausaufenthalt voraussichtlich dauern wird. So kann alles Benötigte eingepackt werden.

 

Es kann hilfreich sein, vorab einen Besichtigungstermin auf der Station zu vereinbaren, um sich mit den Gegebenheiten vor Ort vertraut zu machen. Manchmal gibt es die Möglichkeit, sich von Angehörigen begleiten zu lassen. Meistens ist es sinnvoll, sich hinbringen und abholen zulassen.

 

Auch kann es nützlich sein, sich eine Liste mit Dingen zu erstellen, die man brauchen könnte, z.B. warme und bequeme Kleidung, Socken oder eine Decke sowie Dinge zum Zeitvertreib (wie Buch, Tablet, Kopfhörer, Musik, Strickzeug o.Ä.) und Hilfsmittel (wie Lesebrille, Powerbank, Block und Stift o. Ä.).

Illustration eines Patienten und eines älteren Angehörigen, welcher von hinten die Hand auf die Schulter legt.

Leukämien und Lymphome sind schwere und oft lebensbedrohliche Erkrankungen.

Angehörige und Nahestehende können eine wichtige Stütze sein, weil diese die Situation von außen betrachten und bei der Suche nach Informationen und der Therapieentscheidung behilflich sein können. Manchmal hilft es auch einfach, wenn jemand anderes bei Arztgesprächen dabei ist, und die Informationen ebenfalls mitbekommt und ggf. Notizen macht.

Bei Krankenhausaufenthalten können Angehörige zur Unterstützung ggf. sogar dabei sein und für Ablenkung sorgen. Oft kann es auch hilfreich sein, wenn jemand während der Zeit im Haushalt unterstützt, die Post durchsieht oder die Kinder- oder Haustierbetreuung übernimmt.

Da Veränderungen am Patienten meistens von nahestehenden Personen zuerst bemerkt werden, ist der mentale und physische Support während Nachbeobachtungsphasen oft hilfreich, z.B. wenn es um das Auftreten von Nebenwirkungen geht.

Wichtige Fragen können z.B. sein, wie lange die Therapie dauert und wie diese genau abläuft, ob ein Krankenhausaufenthalt nötig ist, welche Nebenwirkungen auftreten können und was sonst noch beachtet werden muss. In diesem Zusammenhang kann es hilfreich sein, sich Unterstützung bei nahestehenden Personen oder Angehörigen zu holen.

Ob Nebenwirkungen auftreten können, hängt stark von der Art der Therapie ab. Normalerweise wird der Patient vom Arzt und/oder vom Klinikpersonal darauf hingewiesen oder bekommt Informationsbroschüren zur Verfügung gestellt. Falls eine Nachbeobachtung nach der Therapie notwendig ist, kann es helfen, Veränderungen in einem Therapietagebuch festzuhalten.

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Bitte beachten Sie, dass die auf dieser Website aufgelisteten Therapieoptionen ausschließlich Ihren Informationszwecken dienen und keinen Anspruch auf fachliche Vollständigkeit bieten.

 

Diese Informationen stellen daher keinen Ersatz für eine individuelle Beratungs- oder Behandlungsleistung, Empfehlung oder medizinische Diagnose durch einen Arzt dar und dienen keinesfalls der Selbstdiagnose.

Abkürzungen
CAR: Chimeric Antigen Receptor