Immunchemotherapie mit R-CHOP

Die therapeutische Standardstrategie beim diffus großzelligen B-Zell-Lymphom (DLBCL) ist eine Immunchemotherapie, die mit dem Kürzel R-CHOP bezeichnet wird.

Die Chemotherapie wird mit den Buchstaben CHOP bezeichnet, wobei jeder dieser Buchstaben für einen Wirkstoff steht. Man kombiniert heute die Chemotherapie mit einer Antikörpertherapie (R‑CHOP), da Studien ergeben haben, dass die Kombinationstherapie zu besseren Behandlungsergebnissen führt.2 Die Chemotherapie verhindert die Zellteilung der Krebszellen oder beeinflusst ihren Zellstoffwechsel und wirkt daher zellabtötend. Antikörper hingegen können spezifisch an bestimmte Oberflächenstrukturen von Zellen binden und zur gezielten Zerstörung von Krebszellen führen.3

R-CHOP-Behandlungszyklen

Die Behandlung mit R-CHOP dauert normalerweise zwischen 16 und 24 Wochen. Es gibt 2 Varianten des R-CHOP-Protokolls, die sich hinsichtlich der Anzahl und Dauer der Zyklen unterscheiden.2
Bitte beachten Sie, dass eine Krebstherapie von vielen unterschiedlichen Faktoren abhängig ist und daher auch von den hier beschriebenen Varianten abweichen kann. Der Arzt wird die Therapie für jeden Patienten individuell betrachten und ggf. anpassen.

Was soll mit der Therapie erreicht werden?

Die Behandlung mit R-CHOP wird als eine sogenannte kurative Therapie durchgeführt, d.h., sie zielt darauf ab, das DLBCL komplett und dauerhaft zu beseitigen.
Das gelingt inzwischen bei ca. 80 % der Patienten, wobei die Heilungsraten zwischen 50 % (ältere Hochrisikopatienten) und 98 % (junge Niedrigrisikopatienten ohne große Tumormassen – in der Regel definiert als Lymphommassen mit einem Durchmesser kleiner 7,5 cm) liegen. DLBCL-Patienten, die nach einer erfolgreichen Behandlung in der Nachbeobachtung ohne Rückfall bleiben, haben eine normale Lebenserwartung.1

Mögliche Nebenwirkungen von Immunchemotherapien (R-CHOP)*

Eine Chemotherapie wirkt nicht nur auf Tumorzellen, sie schädigt auch gesundes Gewebe.1,4 Dadurch können verschiedene Nebenwirkungen auftreten, die der behandelnde Arzt im Aufklärungsgespräch ansprechen wird.
Folgende  Nebenwirkungen treten häufig auf:1

  • Störung der Blutbildung
  • Haarausfall
  • Schädigung peripherer Nerven

 

Im Allgemeinen wird die Standard-Immunchemotherapie mit R-CHOP bis ins hohe Alter recht gut vertragen. Die Wirkstoffe der R‑CHOP‑Therapie stören allerdings die Zusammensetzung des Blutes, die Zahl der weißen und roten Blutkörperchen und Blutplättchen sinkt. Sinkt die Zahl der weißen Blutkörperchen stark ab, steigt das Infektionsrisiko an. Ärzte können hier mit bestimmten Medikamenten gegensteuern. In einigen Fällen sinkt die Zahl der roten Blutkörperchen soweit, dass Bluttransfusionen gegeben werden müssen.1

Für viele Patienten stellt der durch die Chemotherapie bedingte Haarausfall eine starke Belastung dar. Es ist wichtig zu wissen, dass durch die Chemotherapie keine dauerhafte Schädigung der Haarwurzeln verursacht wird und die Haare wenige Wochen nach Abschluss der Chemotherapie wieder wachsen.1

Mit der R-CHOP-Therapie kann es zu einer Schädigung der Nerven in Händen und Füßen und damit zu einem Taubheitsgefühl oder zu Missempfindungen wie Kribbeln kommen. Dies betrifft vor allem ältere Menschen. Patienten, die diese Nebenwirkung während der Therapie bei sich bemerken, sollten unbedingt mit dem behandelnden Arzt sprechen, damit er die Therapie daran anpassen kann. Ansonsten könnte es passieren, dass die Nervenschädigungen mit jedem Chemotherapiezyklus zunehmen.1

Langfristige Chemotherapie-Nebenwirkungen
Die Chemotherapie kann auch die Funktion der Keimdrüsen (Eierstöcke bei Frauen und Hoden bei Männern) beeinträchtigen. Bei Kinderwunsch sollte vor Beginn der Chemotherapie mit dem Arzt besprochen werden, ob Spermien gewonnen und gelagert werden sollen bzw. wie die Eierstöcke geschützt werden können.

Ein Bestandteil des CHOP-Schemas kann die Herzmuskelkraft beeinträchtigen, was vor allem bei bereits vorgeschädigten Herzen beobachtet wird. Daher empfehlen Experten vor Beginn und nach Abschluss der Therapie eine Überprüfung der Herzfunktion (EKG, Herz-Ultraschall).1

Welche Nebenwirkungen ruft die Antikörpertherapie bei R-CHOP hervor?
Vor allem bei der ersten Gabe kann es zu einer Infusionsreaktion mit Übelkeit, Kopfschmerzen, Atembeschwerden bis hin zu Fieber und Schüttelfrost kommen. Seltener sind allergische Reaktionen z.B. in Form von Schwellungen im Mund- und Rachenraum oder Hautausschlag. Daher sollte die erste Behandlung als langsame Infusion gegeben werden. Weitere Infusionen werden meist ohne Nebenwirkungen vertragen.1

* Hierbei handelt es sich um eine allgemeine und keine vollständige Übersicht der Nebenwirkungen. Diese sind den Gebrauchsinformationen der entsprechenden Arzneimittel zu entnehmen.

Quellen

  1. Kompetenznetz Maligne Lymphome: „Diffus großzelliges B-Zell-Lymphom. Information für Patienten“. 1. Aufl. 2016.
  2. Onkopedia Leitlinie „Diffuses großzelliges B-Zell-Lymphom“. Stand: November 2018.
  3. Kompetenznetz Maligne Lymphome: „Maligne Lymphome – Informationen für Patienten und Angehörige“. 11. Aufl. 2016.
  4. Non-Hodgkin-Lymphome – Chemotherapie.

Abkürzungen:

  • R = Rituximab
  • C = Cyclophosphamid
  • H = Doxorubicin
  • O = Vincristin
  • P = Prednison