Ausgewählte Nebenwirkungen der CAR-T-Zelltherapie*

Zytokin-Freisetzungssyndrom und neurologische Nebenwirkungen

CAR-T-Zelltherapien können einige Krebsarten effektiv bekämpfen, gehen aber zum Teil, wie andere Krebstherapien auch, mit erheblichen Nebenwirkungen einher, die tödlich verlaufen können. Neben anderen möglichen Nebenwirkungen sind das Zytokin-Freisetzungssyndrom (CRS; auch „Zytokinsturm“ genannt), neurologische Nebenwirkungen und Infektionen die bedeutendsten Nebenwirkungen, die unter einer CAR-T-Zelltherapie auftreten können.1,2

Das Zytokin-Freisetzungssyndrom wird durch eine starke Ausschüttung von Immunbotenstoffen durch die CAR-T-Zellen ausgelöst und geht mit hohem Fieber, Müdigkeit, Übelkeit und Herz-Kreislauf-Störungen einher. In den meisten Fällen lässt sich das Zytokin-Freisetzungssyndrom mit Arzneimitteln behandeln, kann aber auch schwer, lebensbedrohlich und tödlich verlaufen.1,2 Weitere häufige Anzeichen und Symptome eines Zytokin-Freisetzungssyndroms können unter anderem sein: Schüttelfrost, Muskel- und Gelenkschmerzen, Erbrechen, Durchfall, Schwitzen, Ausschlag, Appetitlosigkeit, Kopfschmerzen, niedriger Blutdruck, Herzrasen, Atemnot, beschleunigte Atmung und Sauerstoffmangel.

Als Begleiterscheinung der Behandlung mit CAR-T-Zellen kann es auch zu neurologischen Nebenwirkungen wie Enzephalopathie (krankhafte Veränderung des Gehirns), Kopfschmerzen, Verwirrtheitszuständen oder Delirium kommen. Auch neurologische Nebenwirkungen können schwer oder lebensbedrohlich verlaufen.1,2

Weitere häufige Anzeichen und Symptome neurologischer Nebenwirkungen können unter anderem sein: getrübter Bewusstseinszustand, Schwindelgefühl, Krampfanfälle, Zittern, Verlust des Sprechvermögens und Sprachstörungen.

CAR-T-Zellen greifen nicht nur Krebszellen an, sondern auch normale B-Zellen des Patienten. Das hat zur Folge, dass das Immunsystem Krankheitserreger nicht mehr effektiv bekämpfen kann und der Patient vermehrt infektanfällig wird. Dieser Immunschwäche kann aber mit der Gabe von sogenannten Immunglobulinen (Proteine, die eine wichtige Rolle bei der Abwehr fremder Substanzen im Körper spielen) begegnet werden.1

Nebenwirkungen rasch erkennen und kompetent behandeln

Die Durchführung einer CAR-T-Zelltherapie erfordert von der gesicherten Feststellung der Erkrankung über die eigentliche Behandlung bis zur Nachsorge ein umfangreiches Qualitätsmanagement, um die bestmögliche Behandlung der Patienten zu garantieren.3 Insbesondere um die Sicherheitsrisiken, die mit einer CAR-T-Zelltherapie verbunden sind, möglichst gering zu halten, wird die Behandlung mit CAR-T-Zellen nur in spezialisierten Zentren durchgeführt, die strenge Voraussetzungen erfüllen müssen. Dort ist das medizinische Personal entsprechend geschult und es stehen spezielle Arzneimittel zur Behandlung von Nebenwirkungen bereit.2,3

 

* Hierbei handelt es sich um eine allgemeine und keine vollständige Übersicht der Nebenwirkungen. Diese sind den Gebrauchsinformationen der entsprechenden Arzneimittel zu entnehmen.

Quellen

  1. Die forschenden Pharma-Unternehmen: CAR-T-Zell-Therapien gegen Krebs.
  2. Buchholz CJ et al. Dtsch Arztebl 2018;115(7):38–41.
  3. Krebsinformationsdienst, Deutsches Krebsforschungszentrum: Update CAR-T-Zell-Therapie – Gentherapie gegen Krebs seit einem Jahr in Deutschland zugelassen.