Rezidivtherapie beim DLBCL

Was tun bei einem Rückfall?

Die Behandlung eines Krankheitsrückfalls (Rezidiv) hängt vom Alter und vom körperlichen Allgemeinzustand des Patienten ab.1,2

Jüngere Patienten

Patienten unterhalb des 60. bis 70. Lebensjahres, die nach der Erstbehandlung ein Rezidiv des diffus großzelligen B-Zell-Lymphoms (DLBCL), aber keine Begleiterkrankungen aufweisen, erhalten bevorzugt eine Hochdosistherapie (sehr hoch dosierte Chemotherapie mit ggf. zusätzlicher Bestrahlung), gefolgt von einer autologen Stammzelltransplantation (Auto-SZT).1,2

Die Auto-SZT erfolgt in kurativer Absicht, d. h. sie kann die Aussicht auf Heilung bieten. Dies ist jedoch nicht bei allen Patienten der Fall. Wenn Patienten, innerhalb eines Jahres nach der Erstdiagnose des DLBCL ein Rezidiv erleiden, besteht häufig die Gefahr, dass die Auto-SZT ebenfalls nicht oder nur für eine begrenzte Zeit wirkt.2

Ältere Patienten

Patienten, die nach der Erstbehandlung ein DLBCL-Rezidiv erleiden, aber aufgrund ihres Alters oder wegen schwerer Begleiterkrankungen keine Stammzelltransplantation bekommen können, werden mit einer erneuten Immunchemotherapie behandelt. Hierfür kommen Strategien mit unterschiedlichen Chemotherapeutika infrage. Als Immuntherapeutikum wird ein Antikörper verwendet. Hierbei handelt es sich um ein Protein, das ein spezielles Oberflächenmerkmal auf B-Zellen (gehören zu den weißen Blutkörperchen) erkennen kann.2

Was ist, wenn Standardtherapien nicht (mehr) wirken?

Obwohl es heute dank moderner Therapiemöglichkeiten bei der Mehrzahl der Patienten gelingt, das DLBCL vollständig zu heilen, wirken die üblichen Therapien bei einem Teil der Patienten nicht oder die Wirkung hält nach der Behandlung nicht an. Daher hatten diese Patienten bisher schlechte Überlebenschancen und erhielten in der Regel eine palliative Behandlung, welche auf die Linderung von Krankheitsbeschwerden und Symptomen ausgerichtet ist. Für eine begrenzte Zahl an Patienten stellte die allogene Stammzelltransplantation bislang die letzte verbleibende Aussicht auf Heilung dar.2,3

 

Seit 2018 steht für diese Patienten mit der CAR-T-Zelltherapie eine weitere Therapieoption zur Verfügung. CAR-T-Zellen sind genetisch veränderte Immunzellen, die Krebszellen bekämpfen können.

Quellen

  1. Kompetenznetz Maligne Lymphome: „Diffus großzelliges B-Zell-Lymphom. Information für Patienten“. 1. Aufl. 2016.
  2. Onkopedia Leitlinie „Diffuses großzelliges B-Zell-Lymphom“. Stand: November 2018.
  3. Crump M et al. Blood 2017;130(16):1800–8.